Was macht den Unterschied zwischen einem lauten und einem angenehm ruhigen Büro aus? Schlechte Raumakustik im Büro entsteht meist durch zu viele harte, reflektierende Flächen und zu wenig Absorption. Die wirksamsten Gegenmassnahmen sind schallabsorbierende Decken- und Wandflächen, akustisch sinnvolle Zonierungen, geeignete Trennlösungen und eine Planung, die Nachhallzeit und Sprachverständlichkeit gemeinsam betrachtet. Wer Hall im Büro reduzieren will, sollte nicht nur den Bodenbelag, sondern Decke, Wände, Möblierung und Nutzung des Raums als Gesamtsystem beurteilen.
Effektive Raumkonzepte berücksichtigen immer das Zusammenspiel von Funktionalität, Schalldämmung, Akustik, Design und Privacy. Nur wenn diese Elemente aufeinander abgestimmt sind, entstehen Arbeitswelten, die klar strukturiert, ruhig und zugleich angenehm für alle Mitarbeitenden sind. In unserer dreiteiligen Blogreihe zu Schalldämmung, Raumakustik und Privacy zeigen wir, wie diese Aspekte zusammenwirken, um Lärm zu reduzieren und Räume optimal zu gliedern. In diesem Artikel widmen wir uns der Raumakustik. Es erwarten dich folgende Themen:
- Was ist Raumakustik und warum ist sie entscheidend für das Wohlbefinden?
- Hall im Büro: Wie funktionieren Hall, Nachhallzeit & Sprachverständlichkeit?
- Welche Normen gelten für die Raumakustikplanung?
- Trennwände & Raum-in-Raum-Systeme: Wie lassen sich Schalldämmung und Akustik vereinen?
- Welche Materialien & Oberflächen haben eine akustische Wirkung?
- Welches Akustikmaterial eignet sich für perfekten Klang in jedem Raum?
- Welche 5 typischen Fehler treten bei der Akustikplanung auf?
- FAQ’s zur Optimierung der Raumakustik
Was ist Raumakustik und warum ist sie entscheidend für das Wohlbefinden?
Lärm ist ein unsichtbarer Stressfaktor, der Energie raubt. Raumakustik beschreibt, wie Schall in einem geschlossenen Raum wirkt – je nachdem, wie Flächen ihn reflektieren oder sanft absorbieren. Nachhall spielt dabei eine Schlüsselrolle, denn er prägt den gesamten Klangraum. Eine durchdachte akustische Gestaltung reduziert die Nachhallzeit, macht Sprache klar verständlich und schafft die Basis für fokussiertes, produktives Arbeiten. Architektur, Raumgrösse und Materialien formen dabei das Klangklima – und damit massgeblich unser Wohlbefinden.
Hall im Büro: Wie funktionieren Hall, Nachhallzeit & Sprachverständlichkeit?
- Hall entsteht, wenn Schallwellen von harten Oberflächen wie Wänden, Decken oder Böden reflektiert werden und dadurch ein hörbares Nachklingen im Raum erzeugen. Ist dieser Effekt zu stark oder dauert zu lange an, leidet die Sprachverständlichkeit und der Raum wirkt akustisch unangenehm.
- Die Nachhallzeit RT60 gibt an, wie lange es dauert, bis der Schall im Raum nach dem Verstummen einer Quelle um 60 dB abgeklungen ist. Kurze Nachhallzeiten sorgen für klare Akustik.
- Sprachverständlichkeit beschreibt, wie gut wir Worte in einem Raum wahrnehmen können. Sie hängt stark von Hall und Nachhallzeit ab.
Das Ziel: Die Schallreflexionen im Raum so steuern, dass ein angenehmes Gleichgewicht zwischen lebendigem Klang und Klarheit entsteht. Durch gezielte Schallabsorption wird der Hall reduziert, Nachhallzeiten verkürzt und die Sprachverständlichkeit deutlich verbessert.
Welche Normen gelten für die Raumakustikplanung?
Als Grundlage für die Planung der Raumakustik dienen drei europäische Normen:
- DIN 3382-2 – Akustik — Messung von Parametern der Raumakustik Teil 1 – beschreibt die Messung der Nachhallzeit in gewöhnlichen Räumen.
- ISO 3382-3 – Akustik — Messung von Parametern der Raumakustik Teil 2 – beschreibt die Messung der Nachhallzeit in Grossraumbüros
- DIN 18041 – Akustik — Hörsamkeit in Räumen – Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung – definiert Richtwerte und Empfehlungen für geeignete Nachhallzeiten je nach Raumnutzung.
Trennwände & Raum-in-Raum-Systeme: Wie lassen sich Schalldämmung und Akustik vereinen?
Trennwände schaffen nicht nur Struktur im Raum – sie bilden auch eine wirksame Barriere gegen Schall. Gerade in offenen Bürokonzepten sind sie entscheidend, um konzentriertes Arbeiten und vertrauliche Gespräche zu ermöglichen. Unsere Trennwandsysteme und Meetingboxen sind so konzipiert, dass sie Schall gezielt dämpfen. In unserem Blogbeitrag zum Thema Schalldämmung haben wir erläutert, wie Trennwandsysteme Lärm wirksam reduzieren und Räume strukturieren.
In Kombination mit ergänzenden Akustiklösungen lassen sich Nachhall und Raumklang zusätzlich optimieren. Büroakustik verbessern bedeutet, verschiedene Elemente sinnvoll miteinander zu kombinieren. Akustiklösungen lassen sich auf unterschiedliche Weise in Trennwände und Raum-in-Raum-Systeme integrieren:
- Direkt in die Wand integriert: Schallabsorbierende Materialien werden bereits im Wandaufbau verarbeitet. Dadurch entsteht eine optisch reduzierte, technisch effiziente Lösung mit hoher akustischer Wirkung – ideal, um die Büroakustik zu verbessern.
- Auf die Wand appliziert: Akustikpaneele oder textile Elemente können nachträglich auf bestehende Trennwände oder in Raum-in-Raum-Systeme montiert werden. Diese Variante bietet Flexibilität in Gestaltung und Nachrüstung.
- In Raum-in-Raum-Systemen bereits integriert: Bei unseren spaceBoxen sind in den Deckenbereichen bereits leistungsstarke Akustikplatten verbaut. Sie reduzieren den Nachhall im Innenraum und sorgen für eine angenehme, konzentrierte Gesprächsatmosphäre.
Raumakustik optimieren: Welche Materialien & Oberflächen haben eine akustische Wirkung?
Jede Fläche im Raum reflektiert, absorbiert oder streut Schall unterschiedlich. Mit gezielt eingesetzten Akustiklösungen an Decke, Wänden, Boden, Möbeln und Fenstern lässt sich der Nachhall deutlich reduzieren und die Aufenthaltsqualität spürbar verbessern.

Raumbereich: Decke
Akustische Herausforderung:
Grösste Reflexionsfläche; wirft Schall ungehindert in den Raum zurück.
Effektive Akustiklösungen:
• Akustikdeckenplatten & abgehängte Deckensysteme
• Schallabsorbierende Deckensegel
• Akustikleuchten
• Lochplatten mit schallabsorbierender Füllung
Raumbereich: Wände
Akustische Herausforderung:
Vertikale Reflektoren; lassen den Raum akustisch „laut“ und unruhig wirken
Effektive Akustiklösungen:
• Schallabsorbierende Wandpaneele aus Holz, Stoff oder Schaumstoff
• Akustikbilder oder Akustiktafeln
• Mobile Stellwände für flexible Nutzung
• Tischabsorber
Raumbereich: Boden
Akustische Herausforderung:
Harte Beläge verstärken den Nachhall und übertragen Trittschall.
Effektive Akustiklösungen:
- Teppiche oder Teppichfliesen
- Schallreduzierende Bodenbeläge (z. Kork, Vinyl mit Dämpfungsschicht)
- Trittschalldämmung unter Hartböden
Raumbereich: Möbel
Akustische Herausforderung:
Können Schall entweder hart reflektieren oder aktiv schlucken.
Effektive Akustiklösungen:
- Polstermöbel
- Möbelfronten mit akustisch wirksamen Oberflächen
- Regale oder Raumteiler mit schallabsorbierenden Materialien
Raumbereich: Fenster
Akustische Herausforderung:
Glas reflektiert Schall und verstärkt Hall.
Effektive Akustiklösungen:
- Schallschutzvorhänge oder schwere Gardinen
- Akustische Lamellen oder Rollos
- Schallschutzfolien auf Glasflächen
Raumbereich: Mensch
Akustische Herausforderung:
Jeder Körper im Raum wirkt physikalisch als Hindernis.
Effektive Akustiklösungen:
- Besetzte Räume haben durch die Eigenabsorption der Personen einen geringeren Gesamthall.


Welches Akustikmaterial eignet sich für perfekten Klang im Büro?
Störende Geräusche können im Büro schnell die Konzentration und Produktivität beeinträchtigen. Wer die Büroakustik verbessern möchte, sollte gezielt auf passende Materialien setzen. Mit den richtigen Akustiklösungen im Büro lässt sich die Klangumgebung nachhaltig optimieren und die Nachhallzeit deutlich reduzieren. Jedes Akustikmaterial hat dabei seine eigenen Stärken.
Akustik-Polyester
Polyester wird im Akustikbereich häufig in Form von Vlies oder Schaum verarbeitet. Das Material ist leicht, formstabil und einfach zu montieren. Es absorbiert Schall zuverlässig und trägt so spürbar zur Reduktion von Nachhall bei. Es wird häufig für Wand- und Deckenpaneele oder Deckensegel eingesetzt. Durch seine gute Formbarkeit eignet es sich auch für individuell gestaltete Akustikelemente.
Akustik-PET-Faser
PET-Faser wird oft aus recycelten PET-Flaschen hergestellt und gilt als nachhaltige Akustiklösung. Das Material ist dicht gepresst, robust und gleichzeitig leicht. PET-Faser absorbiert Schall effektiv und wird häufig für sichtbare Akustikpaneele, Raumtrenner oder modulare Wandlösungen verwendet.
Akustik-Mineralwolle
Mineralwolle ist besonders dicht und faserig aufgebaut und kann Schall sehr effektiv absorbieren. Sie besteht meist aus recyceltem Glas oder Gestein und ist damit eine nachhaltige Wahl. Mineralwolle kann sogar innerhalb von Wänden eingebaut werden, um Räume von innen zu dämmen. Sie eignet sich ideal für Trennwände in Büros oder Besprechungsräumen, um die Schallübertragung zwischen Räumen deutlich zu reduzieren.
Akustik-Glasfaser
Glasfaser ist leicht und absorbiert Geräusche zuverlässig, auch wenn sie etwas weniger effektiv als Mineralwolle ist. Sie lässt sich flexibel zuschneiden und eignet sich ideal für Decken- oder Wandsegmente in Büros und Wohnräumen.
Welche 5 typischen Fehler treten bei der Akustikplanung auf?
Fehler 1: Akustik wird zu spät berücksichtigt
Akustik wird oft erst nach Möblierung oder Bauabschluss thematisiert. Nachträgliche Lösungen sind meist weniger effektiv, teurer und optisch kompromissbehaftet. Eine frühzeitige Integration in die Raumplanung sorgt für deutlich bessere Ergebnisse und mehr Gestaltungsspielraum.
Fehler 2: Verwechslung von Schalldämmung und Akustik
Viele gehen davon aus, dass „Schallschutz“ automatisch alle akustischen Probleme löst. Dabei werden zwei unterschiedliche Wirkungsbereiche oft vermischt. Trennwände zum Beispiel strukturieren Räume, schaffen visuelle Abgrenzungen und können Schall abschirmen – sie beseitigen jedoch keinen Nachhall. Wer beides nicht klar unterscheidet, kann die Büroakustik nicht gezielt verbessern.
- Schalldämmung verhindert Schallübertragung zwischen Räumen.
- Akustik reduziert Nachhall innerhalb eines Raumes.
Fehler 3: Zu wenig Absorptionsfläche
Ein einzelnes Akustikpaneel reicht in grossen oder stark frequentierten Räumen selten aus. Entscheidend ist die richtige Menge und Positionierung der Absorber.
Fehler 4: Falsche Platzierung der Akustikelemente
Akustikmaterial nur an einer Wand zu montieren, ist meist nicht ausreichend. Deckenflächen, gegenüberliegende Wände oder zentrale Zonen werden oft vergessen. Besonders in Kommunikations- oder Arbeitsbereichen ist eine ganzheitliche Verteilung der Absorber entscheidend, um die Nachhallzeit zu reduzieren.
Fehler 5: Fokus ausschliesslich auf den Bodenbelag
Häufig wird angenommen, dass ein Teppich das akustische Problem bereits löst. Zwar kann ein weicher Bodenbelag Gehgeräusche dämpfen und subjektiv für mehr Behaglichkeit sorgen, auf die eigentliche Raumakustik wirkt er jedoch nur begrenzt. Schall bewegt sich nicht nur entlang des Bodens, sondern trifft auf sämtliche Raumflächen. Besonders harte Decken und Wände werfen Schallwellen stark zurück. Werden diese Flächen nicht in das Konzept einbezogen, bleibt die Verbesserung der Klangqualität meist gering.
FAQs
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Schalldämmung und Raumakustik?
Schalldämmung verhindert, dass Schall von einem Raum in einen anderen übertragen wird. Raumakustik steuert, wie Schall innerhalb eines Raumes wirkt. Sie reduziert Nachhall, verbessert die Sprachverständlichkeit und sorgt für ein angenehmes Klangklima. Bei der Schwab AG kombinieren wir beides: strukturelle Lösungen wie Trennwände und Raum‑in‑Raum‑Systeme – ergänzt durch die hochwirksamen Akustikmaterialien von Fischer AG die-gestalter.
Kann man Büroakustik auch nachträglich verbessern, ohne umzubauen?
Ja, die Akustik lässt sich sehr flexibel nachrüsten. Mobile Stellwände, schallabsorbierende Akustikbilder oder Deckensegel, die einfach abgehängt werden, erfordern keine baulichen Veränderungen. Auch Tischabsorber zwischen Arbeitsplätzen oder Akustikvorhände vor Glasfronten sind effiziente Lösungen, die den Hall sofort reduzieren, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Gemeinsam mit Fischer AG die-gestalter setzen wir bei der Schwab AG auf MiGO‑Elemente, die sich fast so flexibel einsetzen lassen wie Möbel. So wird aus einem lauten Büro im Handumdrehen ein akustisch optimierter Raum, in dem man angenehm arbeiten kann.
Warum reicht ein Teppich allein nicht aus, um die Akustik im Büro zu verbessern?
Ein Teppich reduziert primär den Trittschall (Gehgeräusche), hat aber nur eine begrenzte Wirkung auf den allgemeinen Raumhall. Da sich Schallwellen dreidimensional ausbreiten, werden sie weiterhin von harten Decken und Glaswänden reflektiert. Für eine effektive Senkung der Nachhallzeit müssen zwingend auch vertikale Flächen (Wände) und die Decke mit Absorbern ausgestattet werden. Deshalb setzen wir bei der Schwab AG auf eine Kombination aus Wand‑ und Deckenabsorbern – häufig mit MiGO‑Paneelen, die genau dort wirken, wo Teppiche an ihre Grenzen stossen.
Wie wirkt sich Glas auf die Raumakustik aus?
Glasflächen reflektieren Schall sehr stark und erhöhen den Hall. In modernen Büros mit viel Glas sind deshalb zusätzliche Akustikmassnahmen wie Vorhänge, Wandpaneele oder Deckensegel besonders wichtig.
Sind Akustikmaterialien nachhaltig und gesundheitlich unbedenklich?
Ja, besonders bei den von uns verwendeten Akustiklösungen von Fischer AG die-gestalter. Diese bestehen aus recycelbaren Polyesterfasern, sind zertifiziert nach dem Blauen Engel sowie Öko-Tex® und sind zudem allergikerfreundlich.
Wie viele Akustikabsorber benötige ich für meinen Raum?
Als Faustregel für Büros gilt: Um eine spürbare Verbesserung zu erzielen, sollten etwa 40 % bis 50 % der Grundfläche des Raumes als Absorptionsfläche an Wänden oder Decken untergebracht werden. Für eine präzise Bedarfsermittlung kann ein Akustikfachplaner eine Akustikberechnung durchführen. Dabei werden Vorher‑/Nachher‑Messungen durchgeführt, um den akustischen Zustand zu bewerten und die Wirksamkeit der installierten Absorber objektiv nachzuweisen.





